Die Bio-Gärtnerei: Ökologische Landwirtschaft im Gartenbau

Biologische Landwirtschaft muss sich nicht zwangsläufig auf große Nutzflächen und Feldwirtschaft erstrecken: Sie lässt sich auch in kleineren Maßstäben umsetzen. Bestes Beispiel hierfür ist der biologische Gartenbau. Biogärtnereien machen es sich zur Aufgabe, den Obst- und Gemüseanbau sowie die Blumen- und Zierpflanzengärtnerei besonders umweltschonend zu betreiben. Darüber hinaus existieren auch Bio-Baumschulen. Die Betriebe orientieren sich hinsichtlich des Düngens und der Bodenpflege sowie des Pflanzenschutzes im Biogarten unter anderem an den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau.

Auch die darüberhinausgehenden Kriterien der Produktionsverbände der ökologischen Landwirtschaft werden als Maßstab herangezogen. Auf diese Weise entstehen in der Bio-Gärtnerei neben Lebensmitteln auch Blumen, Sträucher und sogar Bäume, die als ökologische Erzeugnisse zertifiziert werden können. Umweltbewusste Verbraucher freuen sich über attraktive Bio-Zierpflanzen und lassen sich von knackigem Obst und Gemüse sowie von duftenden Kräutern verführen. Herzlich willkommen im Biogarten!

Pflanzenschutz und -pflege im Einklang mit der Natur

Der Pflanzenschutz im Biogarten folgt, sofern er konsequent umgesetzt wird, folgenden Grundsätzen:

  • auf Insektizide, Herbizide und Fungizide wird verzichtet
  • Selbiges gilt für künstliche Düngemittel, Wachstumsregulatoren oder Antibiotika.
  • gentechnisch verändertes Saatgut oder sonstige gentechnisch veränderten Produkte sind beim Obst- und Gemüseanbau im Biogarten ebenfalls nicht zulässig.
  • zugunsten der Widerstandsfähigkeit der Pflanzen sowie als Alternative zu Insektiziden wird Wert auf Misch- statt Monokultur sowie auf das Anlocken von Nützlingen im Biogarten gelegt.
  • Anbau, Pflege und Ernte finden zumeist in Handarbeit statt.
  • häufig werden historische und besonders robuste Obst- und Gemüsesorten in der Biogärtnerei bevorzugt

Fruchtbare Böden dank geschlossenem Ökokreislauf

Biogärtnereien setzen statt auf Mineraldünger auf organische Substanzen, die zugunsten möglichst geschlossener Kreisläufe bevorzugt aus eigener Produktion kommen. So wird zum Düngen im Biogarten vor allem Kompost verwendet; aber auch Mist von ökologisch wirtschaftenden Betrieben kommt als Dünger in Frage. Auch die Mischkultur im Biogarten hat positive Auswirkungen auf die Bodenqualität, da die verschiedenen Pflanzen unterschiedliche Nährstoffmengen benötigen und ihrerseits weiterverwertbare Substanzen abgeben. Wissenswert ist, dass Biopflanzen nicht grundsätzlich in der Erde wachsen müssen: Auch erdlose Pflanzensubstrate dürfen – je nach Auslegung der EU-Öko-Verordnung – in einigen Ländern für die Produktion verwendet werden, sofern sie natürlichen Ursprungs sind.

Bio-Zertifikate für Gärtnereien und Erzeugnisse

Lebensmittel aus der Bio-Gärtnerei können mit dem deutschen Bio-Siegel sowie mit dem EU-Bio-Siegel ausgezeichnet werden, sofern sie die jeweils zugrundeliegenden Kriterien für Bio-Lebensmittel erfüllen. Im Falle des EU-Bio-Siegels bedeutet dies beispielsweise, dass maximal 0,9 Prozent gentechnisch verändertes Material enthalten sein darf; zugleich müssen die Inhaltsstoffe zu 95 Prozent aus ökologischem Anbau stammen. Selbstverständlich können nicht nur Lebensmittel mit Bio-Zertifikaten ausgezeichnet werden: Ökologische Anbauverbände wie Naturland, Bioland, Demeter oder Biopark zertifizieren Bio-Gärtnereien, deren Arbeit ihren internen Richtlinien entspricht und die überdies bereit sind, Betrieb und Produkte regelmäßigen Kontrollen zu unterziehen; Gärtnereien, die diesen Prozess erfolgreich durchlaufen, dürfen das jeweilige Verbandssiegel auf Produktverpackungen und zu Werbezwecken nutzen.

Gutes aus der Bio-Gärtnerei erfolgreich verkaufen

Im Rahmen eines Bio- oder Hofladens lassen sich in der Bio-Gärtnerei produzierte Lebensmittel in authentischer Umgebung präsentieren, so dass ein direkter, vertrauensvoller Kontakt zum Kunden entstehen kann. Gärtnereien, die in einem der Anbauverbände organisiert sind und ihren Biogarten gemäß der jeweiligen Richtlinien betreiben, haben häufig den Vorteil, über das – meist auch online abrufbare – Verzeichnis zertifizierter Betriebe leichter gefunden zu werden.

Eine lohnende Alternative zum Verkauf vor Ort in der Bio-Gärtnerei sind regelmäßige Besuche auf gut besuchten Wochenmärkten. Hier treffen ökologisch orientierte Verbraucher auf Hersteller biologischer Erzeugnisse und haben die Möglichkeit, sich ausführlich über den Obst- und Gemüseanbau und die Zierpflanzen-Produktion im Biogarten zu informieren. Zugleich bieten sich dem Landwirt hier gute Chancen auf die Gewinnung neuer Kunden bei gleichzeitiger Pflege des bestehenden Kundenstamms. Weniger leicht verderbliche Produkte wie beispielsweise Saatgut können zusätzlich online angeboten werden.

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